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„herz.rhythmus.störung“
die 2007er Lyrikanthologie von keinVerlag e.V.

Am Anfang war das Wort...
Doch wem gehört es heute?

Wer hat sich klammheimlich der Deutungshoheit über die Wörter bemächtigt?

Wer hat uns die Worte im Mund umgedreht und uns sprachlos gemacht, angesichts des täglichen Entsetzens, das Menschen in die Welt bringen?

Waren es intellektuelle Schaumschläger, die aus unserer Sprache handliche Schlagworte bastelten?

Oder haben die angestellten Marktschreier so viel Bedeutung aus den Worten gesogen, dass sie wie leere Hülsen zu Boden fielen, Überbleibsel einer Zeit, als wir unseren Gefühlen noch Namen geben konnten?

Hat man zu viele Parolen gemacht?
Zu viele Lügen, Propaganda, heilige und unheilige Schriften und unhaltbare Versprechen?

Ist versprechen so ähnlich wie verlaufen?

Haben wir uns irgendwie verlabert, uns ein Stück (zu) weit eingebracht, jeden Winkel Realität besprochen, ausdiskutiert, durchgekaut, debattiert, verhandelt, auf den Punkt gebracht, von allen Seiten betrachtet und dann nicht mehr ernst genommen?
Haben uns unsere Dichter verraten und verkauft, indem sie unsere Sprache an den Meistbietenden verhökert haben?

Wann haben wir unser Wort gegeben?

Jetzt wollen wir es wiederhaben! Ab heute wird zurückgedichtet. Ab heute wird zurückgedacht.

Nachdem bereits zum dritten Mal die interne Literaturzeitschrift „16Seiten“ mit ausgewählten Texten der KV-Autoren erschienen ist und auch die erste offizielle öffentliche Lesung im April 2006 in Düsseldorf ein voller Erfolg war, erschien es nur folgerichtig, dass mit der vorliegenden Anthologie eine weitere Plattform für die jungen und jung gebliebenen Autoren von KV geschaffen wurde.

Das ewige Thema Liebe mit all seinen Irrungen und Wirrungen, aber auch seinen romantischen und komischen Aspekten frisch und unverbraucht darzustellen, war das Ziel dieses Lyrikbandes der besonderen Art. Frech und unbekümmert nähern sich die Texte auch der Beantwortung der uralten Frage an, ob Männer und Frauen wirklich vom gleichen Planeten stammen...

Die Antworten, die unsere Autoren geben, sind auch ohne abgeschlossenes Literaturstudium zu verstehen und nehmen sich die Freiheit heraus, aus allen Stilrichtungen das Angemessene zu wählen, um sich verständlich zu machen. So entstand eine Sammlung von Texten, die ihresgleichen sucht.

Ohne dass es beabsichtigt war, wurden für diese Anthologie etwa gleichviel weibliche wie männliche Autoren ausgewählt. Die sehr unterschiedliche Sicht, die Männer und Frauen auf das Thema Liebe haben, aber auch das Gemeinsame, das in vielen Texten durchscheint, ist ein weiterer spannender Aspekt dieser Anthologie.

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