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Alegra.| Am Wochenende traf Marc Perlman, der Biologielehrer, sich regelmäßig mit Freunden in einer Bar. Sie redeten über alte Zeiten, Neuigkeiten und Probleme. Mr. Perlman freute sich auf diesen Abend ganz besonders. Er hatte eine stressige Woche hinter sich und wollte sich jetzt endlich entspannen. Es war Samstagabend und er machte sich fertig um weg zu gehen. Als er zu seinem Auto kam, stellte er fest, dass die Vorderreifen des Wagens zerstochen worden waren. Er bückt sich, besah sich die langen Schnitte durch das schwarze Gummi, fluchte und überlegte, wer das gewesen sein könnte. Sein Verdacht fiel natürlich sofort auf Kevin Reynolds, aber er konnte das ja nicht beweisen. Schimpfend ging er zurück in seine Wohnung und rief seinen Freund George an. Er hatte Glück ihn noch zu erreichen, denn er wollte ebenfalls gerade los fahren. „Kannst du mich abholen? Irgend so ein Mistkerl hat mir die Reifen zerstochen“, fragte er immer noch aufgebracht. Fünf Minuten später war George da. Mr. Perlman war froh, Freunde zu haben, auf die man sich verlassen konnte. Jack, Marty und Robert waren schon da, als George und Marc eintrafen. Der Stammtisch war komplett. Marc berichtete von seinen aufgestochenen Reifen. „Hast du einen Verdacht wer es war?“ fragte Jack Penhall. Marc trank erst mal einen tiefen Schluck Bier, bevor er antwortete:“Ingendwelche verdammten Jugendlichen. Bestimmt welche aus meiner Schule. Ich würde sogar behaupten, dass es Kevin Reynolds war, mein spezieller Freund, aber das kann ich nicht beweisen.“ „Du hast schon mal von ihm erzählt. Hatt sich die Lage noch nicht beruhigt?“ fragte Marty. Marc winkte ab:“Was dieser Junge anstellt, geht auf keine Kuhhaut. Ihr wisst, dass ich nicht nachtragend bin, aber dieser Kevin macht mich so aggressiv... Manchmal stelle ich mir vor, dass ich eine Stunde nur mit diesem Mistkerl alleine hätte und mit ihm machen könnte was ich wollte...“ Die Freunde rückten neugierig näher. „Was würdest du denn tun?“ fragte Marty lauernd. Eine Sekunde herrschte Schweigen, dann sagte Marc kleinlaut:“Vermutlich nichts.“ „Nein, jetzt kneif nicht. Sag was du tun möchtest. Laß es raus“, hakte Marty nach. Marc nahm noch einen Schluck Bier. Dann grinste er und legte los:“Also gut. Es ist ja rein hypothetisch. Ich würde ihm liebend gerne was auf sein freches Maul geben. Ich würde ihn richtig durchprügeln, nur um sein verdutztes Gesicht zu sehen. Alleine, dieser Gesichtsausdruck würde mir schon Genugtuung verschaffen. Der Junge verläßt sich nämlich darauf, dass ich als Lehrer ihm nichts tun kann. Das schlimmste, was ich machen kann, ist ihn zum Direktor zu schicken. Nicht mal Strafarbeiten dürfen wir noch aufgeben und nachsitzen ist ebenfalls gestrichen worden. Das soll dann die moderne Erziehung sein. Ich frage euch: wie soll man solchen Typen denn noch bei kommen? Die lachen einen doch aus.“ „Hast du denn schon mal mit seinen Eltern gesprochen?“ fragte George. „Das ist ein guter Witz. Die Eltern kümmern sich einen Scheiß um den Jungen. Seine Mutter war nicht bereit in die Schule zu kommen. Am Telefon hat sie ihn verteidigt. Sie meinte, ihr Sohn würde so was nicht machen und wenn ich mich nicht durchsetzten könnte, wäre das mein Problem.“ George nickte:“ Das kenne ich auch. Ich sehe das bei unseren Lehrlingen. Die Eltern erziehen ihre Kinder heute nicht mehr. Wir hätten uns früher nie erlaubt, was diese Kids sich rausnehmen. Letztens sagte einer zu mir, er würde jetzt Pause machen. Mitten in der Arbeit. Als ich ihm sagte, er müsse seine Pause verschieben, kam er mir gleich mit Gesetzten, die ihm eine halbstündige Pause innerhalb einer bestimmten Zeit zusichern würden. In den Paragraphen kannte er sich jedenfalls besser aus als in seinem Lehrplan.“ Eine neue Runde Bier wurde bestellt. Robert, der bisher recht still gewesen war, begann jetzt zu fragen:“Was ist denn so schlimm an dem Jungen?“ Marc seufzte:“Es ist seine ganze Art. Er verbreitet eine Aura von Schrecken und Angst. Die anderen Schüler fürchten sich vor ihm, besonders die Kleinen schüchtert er ein. Ich glaube er erpreßt sie auch. Ich habe nach der Schule gesehen, wie er mit zweien seiner Freunde einen Fünftklässler eingekreist hat um ihm etwas abzunehmen. Als ich ihn ansprach, sagte er, ich solle mich um meinen eigenen Dreck scheren. Er wäre nicht in der Schule und ich hätte ihm nichts zu sagen. Außerdem hätte der Junge ihm das Geld geschuldet. Natürlich bestätigte der Kleine diese Lüge. Was würdest du tun, wenn du elf Jahre alt wärst und von drei sechzehnjährigen bedroht würdest? Dieser Kevin ist einfach die Pest! Er hat eine Katze ertränkt und sie in den Unterricht mitgebracht. Er gibt Widerworte, extra falsche Antworten und provoziert wo er kann.“ Robert hob die Augenbrauen:“Und du hast wirklich keine Möglichkeit gegen ihn vorzugehen?“ Marc schüttelte resigniert den Kopf. Jetzt meldete sich Jack zu Wort:“Ich wüsste schon, wie ich ihn mir hinbiegen würde.“ „So? Du machst mich neugierig“, gestand Marc. „ich denke da an ein Umerziehungsprogramm, dass sie uns damals bei der Army beigebracht haben.“ Alle horchten auf. „Stimmt ja. Du warst doch damals in dieser Spezialeinheit“, erinnerte sich Robert. Jack nickte und starrte gedankenverlohren in sein Glas:“Es war zwar nur Theorie was wir gelernt haben, aber es soll funktionieren.“ Marc starrte ihn mit leicht benebeltem Blick an:“Du glaubst du könntest das noch?“ fragte er. Jack nickte sofort. Marc schüttelte den Kopf, um wieder klar zu werden:“ Was reden wir denn da? So etwas kann man doch nicht machen. Wir sind doch nicht im Krieg“, stellte er fest. Fürs erste wurde das Thema jetzt fallen gelassen und sie redeten über belanglose Dinge. Aber in den Köpfen von Jack und Marc arbeitete es. Als noch einige Biere getrunken worden waren, wurde die Stimmung gelöster. Sie lachten und witzelten herum. Gegen Mitternacht sagte Jack:“Marc, ich wette mit dir, dass ich es schaffe, diesen Kevin in einem Monat so umzuerziehen, dass er dir aus der Hand frisst.“ Marc schüttelte den Kopf. Er lallte leicht, als er antwortete:“Das schaffst du nie.“ |
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